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Adam Ostrow – Nach Ihrer endgueltigen Statusaktualisierung – Video on Ted.com

24. Dezember 2011

Der Journalist Adam Ostrow ist ein Spezialist für Neue Medien. Er ist verantwortlich für Mashable, eine der größten unabhängigen News-Seiten im Internet. Er spricht über die Evolution des Web. In dem folgenden Beitrag wagt er, ausgehend von momentanen Entwicklungen, Fragen für die Zukunft zu stellen.

 

Werden die im Internet geschaffenen Identitäten mit ihren tausenden von Einzelinformationen von und über eine Person am Ende als programmierbare Roboter  den Lebenden als Gesprächspartner dienen?

Adam Ostrow: Nach Ihrer endgültigen Status-Aktualisierung | Video on TED.com

Aus dem Video:

„Ich glaube, dadurch dass Menschen einen besseren Zugang zu menschlicher Sprache kommen und immer besser große Datenmengen verarbeiten können, wird es möglich werden, die Ergüsse eines ganzen Lebens zu analysieren – die Tweets, die Photos, die Videos, die Blog-Einträge – die wir in so unglaublicher Zahl produzieren.

Und ich glaube, wenn das passiert, wird es für unsere digitale Persönlichkeit möglich sein, mit der realen Welt auch lange nach unserem Ableben zu interagieren, dank der unermesslichen Fülle von Inhalten, die wir schaffen und den Möglichkeiten der Technik, daraus einen Sinn zu gewinnen.“

Roboter, die ähnlich agieren können wie Menschen. Kann das die einzigartige Eigenheiten einer bestimmten Person abbilden? Es wird hunderttausende einzelne Informationsfragmente einer Person geben.

Es ist bereits jetzt möglich, das Hologramm einer Person erscheinen zu lassen und mit diesem zu kommunizieren. Adam Ostrow regt an, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn eines Tages das Hologramm eines verstorbene Angehörigen ins Wohnzimmer zu holen, das sehr lebensnah interagieren kann. Die Datenmengen wachsen, ebenso wird die Technik, mit diesen Datenmengen umzugehen permanent verbessert.

Seine abschließende Fragen sind: Wollen wir das? Was wird eine solche Entwicklung für unser Leben und unsere Vorstellung, was nach dem Tod kommt, bedeuten?

Was also soll mit unserer digitalen Identität nach dem Tod  passieren? Würden Sie wollen, dass alle Inhalte, die Sie jemals ins Netz gestellt haben dazu benutzt werden, dass Ihre Familie oder andere Menschen mit einem digitalen Abbild kommunizieren können?

Jetzt kurz vor Weihnachten drängt sich das Bild geradezu auf. Wird in nicht allzu ferner Zukunft der verstorbene Ehemann und Vater als Hologramm vor dem Weihnachtsbaum sitzen und mit der Witwe und den Kindern zusammen Weihnachtslieder singen?

Was ist der Mensch? Was ist der Tod?

(Beitragsbild: Fotolia.com Sarah Holmlund)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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