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Aeternitas nimmt Sozialbestattungen ins Visier

27. Oktober 2014

Auf einem neuen Portal aktion-sozialbestattung.de ruft die Organisation Aeternitas zur politischen Diskussion zur Praxis der Sozialbestattung auf. Sie informiert über geltendes Recht, stellt umfangreiche Informationen zur Verfügung und nimmt Lösungen in den Blick, wie die Gesellschaft der wachsenden Zahl der Anträge auf Übernahme der Bestattungskosten durch die Sozialämter begegnen kann.

 

Es gibt Bestatter, die schicken die Leute wieder weg. Andere nehmen Sozialbestattungen an und warten manchmal mehr als ein Jahr auf ihr Geld. Wird der Antrag abgelehnt, bleiben sie regelmäßig auf ihren Kosten sitzen, denn wo nichts ist, kann man auch mit Mahnverfahren und Vollstreckungsbescheid nichts holen. In manchen Regionen Deutschlands werden die Sozialbestattungen ausgeschrieben und ein Bestatter bietet zum Fixpreis (zu dem kein anderer Bestatter arbeiten würde) die Übernahme aller Sozialbestattungen.

Es gibt Menschen, die leben von Hartz IV und haben einfach kein Geld eine Bestattung zu bezahlen, selbst nicht die ganz schlichte ohne Traueranzeige, ohne Beerdigungskaffee, mit Nadelholzsarg und Urnenreihengrab. Ein Teil dieser Menschen bringt die vom Sozialamt geforderten Unterlagen bei. Andere sind überfordert, leben in undurchschaubaren Konstellationen von Patchworkfamilien, sind untereinander zerstritten, bekommen ihr Leben genauso wenig auf die Reihe wie die Organisation einer Bestattung.

Es gibt Kommunen, die ändern jedes Jahr ihre Berechnungsgrundlagen. Es gibt Sozialämter, die verweigern dem Bestatter trotz Auskunftsvollmacht die Auskunft, weil irgendeine Information im Bescheid steht, die irgendeine andere Person als den Antragsteller betreffen, deren Daten geschützt werden sollen. Überlastete Mitarbeiterinnen kommen gar nicht nach, die Flut der Anträge auf Kostenübernahme zu bearbeiten. Mancherorts ist die Berechnungsgrundlage transparent und die Zusammenarbeit mit dem Bestatter vorbildlich.

Die“Aktion Sozialbestattung“, die nun von der Organisation Aeternitas ins Leben gerufen wurde, will nicht bei der Klage über die Situation stehenbleiben. Sie will ein Diskussion anregen und politische Lösungen vorantreiben. Erklärtes Ziel ist einen umfassenden und einheitlichen Leistungskatalog sowie eine erleichterte Kostenübernahme durch die Sozialämter. Sie nimmt zu Einzelfragen Stellung, wenn sie beispielsweise betont, dass es den Antragstellern nicht zuzumuten ist, das Geld für die Bestattungskosten anteilsmäßig bei anderen zahlungspflichtigen Verwandten gerichtlich einzutreiben. Aktuelle Urteile der Sozialgerichte sind ebenso auf dem Portal zu finden, wie Statistiken und Veröffentlichungen zum Thema.
www.aktion-sozialbestattung.de

(Beitragsbild: Fotolia.com Gina Sanders)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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