Fachberatung Trauerfeier

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Auf dem Sarg, ein Bild von mir aus besseren Tagen – Schreibwerkstatt

12. Oktober 2010

Eine beliebte Übung in Selbsterfahrungsseminaren ist es, sich den eigenen Grabstein vorzustellen – mit Namen und Daten und einem Spruch. Der Spruch sagt dann eine Menge über das eigene Leben aus. Das mit dem „langen und erfüllten Leben“ erweist sich meist als Wunschvorstellung.

 

Die gefühlten Inschriften lauten realistischer  „Sie hat sich nie getraut“, „Er war immer witzig, hatte aber in seiner Kindheit nichts zu lachen“ oder „Schon vorbei?“.

Sich mit der eigenen Beerdigung zu beschäftigen, ist eine spannende Übung, Nicht nur im Rahmen eines Selbsterfahrungsseminars. Bei einem Schreibwettbewerb sind diese kurzen Texte herausgekommen (in Auszügen).

„Aufhorchen ließ mich erst die Verlesung meines unglaublich kreativ frisierten Lebenslaufes. (…) Denn langsam befiel mich die Angst, meine Asche könnte anfangen zu glühen, aus Scham über so viel Verlogenheit.“

„Eine Feier mir zu Ehren, für mich ganz allein. Wo Mama nur an mich denkt. Wo sie weinen wird und klagen, weil sie sich nicht genug um mich gekümmert hat.“

„Da beschloss ich, aufzustehen und die gesamte Veranstaltung abzublasen. Meine Beerdigung – ein Widerspruch in sich.“

Lust mehr davon zu lesen? Den gesamten Schreibwettbewerb gibt es hier.

(Beitragsbild: Fotolia.com matttilda)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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