Fachberatung Trauerfeier

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Was auf der Webseite drauf sein sollte

30. April 2009

Die Inhalte einer Webseite hängen stark davon ab, welches Ziel Sie verfolgen und welche Zielgruppen Sie ansprechen wollen.

 

Ziele, die Sie mit der Webseite verfolgen können:

  • Ihre Kontaktdaten sollen im Internet leicht auffindbar sein.
  • Sie möchten Ihre bisherigen Kunden an Ihr Unternehmen binden.
  • Sie wollen neue Kunden über das Internet gewinnen.
  • Die Webseite soll Sie von den Mitbewerbern positiv abheben.

Vor diesem Hintergrund ist es gut, die eigene Webseite mit den Augen des Nutzers, besonders mit den Augen von Angehörigen sehen. Welche Informationen suchen sie? Wie muss die Gestaltung sein, damit die Besucher nach dem Anklicken auch Weiterlesen? Wenn es darum geht, dass Ihre Kontaktdaten gefunden werden, reicht eine Art Visitenkarte im Netz. Mit geringen Investitionen kann eine eigene Domain und eine einfach gestaltete Startseite unterhalten werden. Wenn Sie als Schreinerei auch Bestattungen durchführen, gestalten Sie für diese Dienstleistung eine eigene Seite.

Begleitende Maßnahmen sind:

  • Tragen Sie sich in die (kostenfreien) Verzeichnisse von Bestattungsunternehmen ein
  • Aktualisieren und vervollständigen Sie vorhandene Einträge
  • Stellen Sie sicher, dass Sie auch über E-Mail erreichbar sind und beantworten Sie E-Mails möglichst schnell.
  • Vereinfachen Sie die Kontaktaufnahme, indem Sie auf Ihrer Webseite ein Kontaktformular zur Verfügung stellen
  • Wenn Sie Skype nutzen, geben Sie Ihren Skype-Namen mit an. (Skype ist ein Internetdienst mit dem man kostenfrei über das Internet telefonieren kann).

Der Nutzen

Unternehmen die ein eigenes Profil entwickeln, werde in ihrer beratenden Funktion angefragt werden. Das bedeutet: Sie verkaufen einen Nutzen für die Angehörigen. Dieser Nutzen ist die Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten des Abschiednehmens, die Begleitung in einer schwierigen Zeit, die spezielle Kompetenz für verstorbene Kinder, würdevolle Sozialbestattungen oder gesellschaftliche Gruppen wie Schwule/ Lesben, muslimische Bestattungen etc. Kurz gesagt: Sie verkaufen sich selbst mit Ihrer Beratungskompetenz, die wiederum sehr mit Ihrer Person verbunden ist. Für den Besucher sollte der Nutzen schon auf der ersten Seite erkennbar sein. Lange Texte werden selten gelesen. Wenn man auf der Startseite eine Maus braucht und scrollen muss, steigen Besucher schnell wieder aus. Da es häufig um das schnelle Auffinden Ihrer Telefonnummer geht, ist es sinnvoll, dass Ihre vollständigen Kontaktdaten mit Angabe Ihrer Erreichbarkeit bereits auf der Startseite sichtbar sind. Beginnen Sie gleich mit dem Wesentlichen, statt einer Willkommenseite, Introseite oder Sprachauswahl.

Die Inhalte

Was auf die Internetpräsenz aufgenommen wird hängt stark vom eigenen Profil und den Zielgruppen ab. Denkbar sind

  • Der Claim Ihres Unternehmens (ein kurzer Satz, eine Aussage, die das Zentrale Ihrer Dienstleistung ausdrückt)
  • die Aufschlüsselung der Dienstleistung
  • die Vorstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • der Ablauf einer Beratung
  • die Geschichte des Unternehmens
  • aktuelle Meldungen (Achtung: „Pflegestufe 3″)
  • allgemeine Informationen (Was tun im Trauerfall, benötigte schriftliche Unterlagen, Bestattungsarten, Fristen, Bestattungsreihenfolge, Erbrecht, empfohlene Literatur)
  • Hinweis zu den Kosten (in der öffentlichen Diskussion ist dies das Reizthema), mit dem Angebot eines detaillierten Kostenvoranschlages
  • regionale Informationen (Wegbeschreibung, Einbindung von Google-Map, Adressen der Friedhöfe und Friedhofsverwaltungen in ihrer Region)
  • Hilfen in der Trauer
  • Referenzaussagen von Kunden
  • Informationen über Kooperationspartner, wie z.B. Internet-Gedenkseiten oder  Trauerschmuck
  • Vorsorgeangebot
  • Impressum (Pflicht!)

Steht Ihr Haus für Gruppen aus der Hospizbewegung, Schulklassen, Kindergruppen etc. offen? Dann teilen Sie den interessierten Gruppen Ihre Rahmenbedingungen mit (Umfang, Angebot, Rahmenbedingungen, Vorbereitung, Erfahrungen).

Die Aussage und Gewichtung der Bilder

In meiner stichprobenartigen Analyse von Bestatterwebseiten bin ich einige Male auf Webseiten gestoßen, die Bilder der Bestattungsfahrzeuge des Unternehmens von der Gründung bis zum heutigen Tag zeigen. Dies ist für Liebhaber von Leichenwagen interessant. Wichtiger jedoch sind die Bilder und Namen der Menschen, auf die die Angehörigen treffen werden. Ihnen vertrauen sich die Menschen in einer Krisensituation mit vielen sehr persönlichen Fragen an.

Gerne werden die eigenen Räumlichkeiten vorgestellt. Oft sind es Bilder, auf denen kein einziger Mensch zu sehen ist. Eine Dienstleistung, in deren Mittelpunkt ein verstorbener Mensch und die trauernden Angehörigen stehen, braucht ein menschliches Antlitz. In meinen Augen gehören Bilder der Ansprechpersonen und Mitarbeitenden auf die Webseite. Es geht in erster Linie ja um den menschlichen Kontakt, nicht um die Sargausstellung oder Dekoration eines Raumes.

Auf die inhaltliche Qualität der Bilder ist zu achten. Um lange Ladezeiten zu vermeiden, sollten sie auf eine internetfähige Größe verkleinert werden. Verwenden Sie keine zweitklassigen oder eingescannten Bilder. In Fotodatenbanken sind die Nutzungsrechte von guten Bildern für wenig Geld zu bekommen. Wenn Sie keine (teure) Exklusivlizenz erwerben wollen, ist es bei diesen gekauften Bildern allerdings gut, vorher zu überprüfen, ob sie bereits häufig eingesetzt werden.

Das Angebot zur Interaktivität

Ein Kontaktformular ist ebenso ein Angebot an den Nutzer aktiv zu werden, wie die Einrichtung von sinnvollen (!) Verlinkungen oder Download-Angeboten.
Gästebücher waren in der Anfangszeit des Internet ein beliebtes Mittel, um die Nutzern zu beteiligen. Erfahrungsgemäß finden sich dort nach einigen Glückwünschen bekannter Menschen zur gelungenen Webpräsenz ein paar Danksagungen, dann gähnende Leere.
Einen Newsletter sollte nur anbieten, wer die Zeit und die Neuigkeiten hat, um in regelmäßigen Abstand etwas versenden zu können.

Schauen Sie sich ruhig um, wie die anderen es machen. Nur machen Sie es nicht genauso. Nichts ist Peinlicher als eines Plagiates oder Teilplagiates überführt zu werden.

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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