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Sie haben eine Webseite. So wird sie gefunden.

7. Mai 2009

Das Internet kennt keine Laufkundschaft, die regelmäßig an Ihrem Schaufenster vorbei geht. Das Internet ist keine Zeitung, die auf dem Frühstückstisch liegt und nur bei den Todesanzeigen aufgeschlagen werden muss.

 

Internet-Nutzer suchen gezielt nach Informationen, die Wahrscheinlichkeit, dass jemand zufällig auf Ihrer Webseite landet, ist gering. Vor allem die Suchmaschine Google ist mit ca. 90 % das mächtigste Werkzeug zur Informationsbeschaffung, dagegen ist der Anteil von Yahoo mit 4,5% vergleichsweise gering. Damit Ihre Webseite gefunden wird, muss sie für diesen Suchweg optimiert werden. Sie muss technisch und inhaltlich bestimmte Kriterien erfüllen, damit sie wahrgenommen werden kann und auf den Seiten 1 bis 3 der Suchergebnisse gelistet wird. (Untersuchungen besagen, dass maximal 3-4 Seiten der Suchmaschinenergebnisse auf die gesuchte Information hin durchgeschaut werden.)

Grundlegende Kenntnisse

Dieser Artikel wird keinen Spezialisten für Suchmaschinenoptimierung aus Ihnen machen. Ich bin selbst keine Spezialistin. Meine Absicht ist es, für die Problematik zu sensibilisieren und einige der Kriterien zu nennen, die es Ihnen ermöglichen das Angebot Ihres Webdesigners etwas besser einschätzen zu können.

Eine Internetpräsenz, die zwar gefunden aber nicht gelesen wird, ist genauso ungünstig, wie eine gute Präsenz ohne Besucher. Deshalb muss parallel zum Design und dem Text der Seite auf die Kriterien zur späteren Auffindbarkeit geachtet werden. Vor ein paar Jahren dachte ich, man müsste nur Meta-Angaben wie description (Kurzbeschreibung der Seiteninhalte), keywords (relevante Stichwörter für die Suche), author und copyright im Quelltext der Seite haben und alles sei in Butter.

Inzwischen ist die Optimierung für Suchmaschinen eine Wissenschaft für sich. SEO ist das Zauberwort. Es steht für Search Engine Optimization. Eine kompakte und gut verständliche Übersicht bietet ein knapp 30-seitiges PDF zum Thema „Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung“ von Thomas Promny. Beschrieben sind die Anforderungen, die heute eine gute Webseite erfüllen muss. Wer immer noch glaubt, allein die richtigen Keywords im Quelltext würden seiner Webseite Erfolg bescheren, den belehrt dieses Heft schnell eines Besseren. Die Entwicklung schreitet kontinuierlich voran. Deshalb müssen vor Jahren optimierte Seiten regelmäßig den veränderten Suchalgorithmen der Suchmaschinen angepasst werden.

Die erste wichtige Unterscheidung ist die Optimierung on-page und off-page.

1. Die on-page-Optimierung umfasst alle Maßnahmen, die auf der Webseite selbst stattfinden.
Da die Suchmaschinen textbasiert sind, ist das richtige Zusammenspiel von Stichworten, Seitentiteln, der Seitenbeschreibung, den Überschriften (H1-tag) und dem eigentlichen Inhalt wichtig. Die wichtigen Suchbegriffe müssen in den Überschriften und im Text der Seite vorkommen. Die Optimierung bringt für die Startseite und die einzelnen Unterseiten unterschiedliche Ergebnisse.

Weil der Text so wichtig ist, müssen auch Bilder, Videos und Musik mit Textangaben wie aussagekräftigen Titeln und Beschreibungen versehen werden. Bei Bildern muss es beispielsweise statt best123.jpg heißen Gerta und Hans Feuer Bestattungshaus Feuer.jpg oder statt halle456.jpg Feierhalle Bestattungshaus Feuer.jpg.

Der Inhalt braucht Ihre eigene Handschrift. Drücken Sie Ihre Dienstleistung in Ihren Worten aus, mit ihren Schwerpunkten und Ihrem Selbstverständnis. Dadurch sind Sie unverwechselbar, auch für die Suchmaschinen. Andere Seiten mit denselben Formulierungen aber besserer Verlinkung werden dann nicht vor Ihnen gelistet.

2. Die off-page-Optimierung findet außerhalb der eigenen Webseite statt. Zentral sind hier die Anzahl Links und die Qualität der Verlinkung. Reichte es früher aus, die Geschäftspartner und Freunde um einen Linktausch zu bitten, ist inzwischen die Materie komplizierter geworden.

Verlinken viele andere Seiten auf Ihre Seite, wird diese von den Suchmaschinen als wichtig eingestuft. Es geht also um die Anzahl der zu Ihrer Seite führenden Links. Jede Branche hat ihre Vereinfacher. In der Bestattungsbranche sind es die Komplettpaketanbieter zum Festpreis. Weil es so einfach erscheint und wir es gerne einfach haben wollen, gibt es im Internetbereich einige Optimierungsanbieter, die es sich ähnlich einfach machen. Sie besitzen viele Seiten, auf denen sie unzählige Verlinkungen anlegen und verkaufen.

Vom Bestatter wird nicht erwartet, dass er seine Kunden über alle angebotenen Varianten von Überurnen, über Umwelttechnik in Krematorien und die Techniken des modern embalming aufklärt. Ebenso muss man vom SEO-Spezialisten nicht erwarten, dass er seine Tätigkeit in allen Einzelheiten erklärt. Kompetenz bedeutet, die Bedürfnisse und Erfordernisse des Kunden erfassen zu können, gezielt zu beraten und eine professionelle Umsetzung zu garantieren. Das ist nicht einfach.

Die wenigsten Nichtfachleute wissen, dass die Suchmaschinen die Webseiten mit zum Teil nicht veröffentlichten Kriterien analysieren. Einige davon sind bekannt:
Welche Relevanz hat der Text in einem Link zu dem Thema einer Seite? Wie wichtig wird die Seite eingeschätzt, auf der sich der Link befindet? Wie viele Links gibt es sonst noch auf dieser Seite? Wie lange besteht diese Domain und seit wann gibt es den Link? Ist der Link im Textteil zu finden oder in einer Linkliste? Diese Art der Optimierung ist nicht mal eben mit „links“ zu erledigen.

Vor diesem Hintergrund ist es sicher nicht verkehrt, in den diversen Bestatterverzeichnissen und den Wirtschaftsseiten der Kommune vertreten zu sein. Dort werden Sie in der Regel nicht gesucht, aber die Verlinkung erhöht ihre Chance, in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Ob es sich allerdings lohnt für Premiumeinträge Geld auszugeben, muss im Einzelfall geprüft werden. Ebenso, ob es bei dem Verzeichnis um eine reine Linkfarm (eine Ansammlung von Portalen, die einzig den Zweck haben, möglichst viele Hyperlinks zu erzeugen) handelt. Diese verstoßen gegen die Richtlinien der meisten Suchmaschinen und können zu einem Ausschluss der Seite oder einer Entwertung der Links führen.

Zusätzliche Maßnahmen sind natürlich das Bewerben der Webseite in Printananzeigen, Mailings, Autobeschriftung, Schaufenstern, redaktionellen Artikeln etc.

Alles in allem: Genauso wie die Bestatter sich vom einfachen Sargschreiner hin zu einem differenzierten Bestattungsdienstleister entwickelt haben, so hat sich im Bereich des Internets das Profil der Dienstleistungsangebote ausdifferenziert. Lassen Sie sich von ihrem Anbieter erklären, welchen Ansatz der Suchmaschinenoptimierung er vertritt.

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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