Fachberatung Trauerfeier

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Die Bestatterwebseite

14. Mai 2009

Was für Freundschaften gilt, gilt auch für Internetseiten. Sie müssen gepflegt werden. Bei Freunden ist man freundlich und direkt, verzeiht so manchen Fehler, zeigt sich ehrlich.

 

Eine Webseite ist mehr als ein Klingelschild, das man einmal an seine Tür geschraubt hat und fertig. „Diese Seiten sind in Bearbeitung, letzte Aktualisierung: 28.07.2008″. Dieser Eintrag findet sich auf der Startseite der Internetpräsenz eines Bestattungsinstitutes. Eröffnet wurde das Institut im Mai 2008. Wir schreiben das Frühjahr 2009. Man fragt sich, ob das Institut überhaupt noch existiert. Ob jemand öffnet, wenn ich klingele?

Lernen kann ich von den Fehlern der anderen und von dem, was mir beim anderen gut gefällt. Was finde ich selbst ansprechend, gut nutzbar und übersichtlich. Wo fühle ich mich eingeladen, auf die Klingel zu drücken und dem Menschen zu begegnen, der mir öffnet. Was finde ich unpraktisch, nicht einladend oder unehrlich? Wer sich auf Bestatterwebseiten ein wenig umschaut, entdeckt schnell die Unterschiede.

Bei vielen Seiten wäre jetzt die Zeit für einen Frühjahrsputz! Es gibt nichts Neues bei Ihnen? Glaube ich Ihnen nicht. Es gibt neue Mitarbeiter, neue Dienstleistungen, neue Kooperationen und neue Projekte.

Doch Vorsicht, der Elan schwindet schnell, wenn die die Resonanz ausbleibt und man dem Alltagsgeschäft keine Zeit zur Pflege der aktuellen Inhalte abringen kann. Jede Webseite braucht Pflege. Legen Sie fest, wer dafür zuständig ist. Im Terminplan sollte in regelmäßigen Abständen die Aufgabe „Webseite überarbeiten“ eingetragen sein. Die realen Geschäftsräume werden regelmäßig geputzt. Genauso sollten Sie es mit den virtuellen Geschäftsräumen halten. Am besten fangen Sie gleich mit dem Frühjahrsputz an.

Die Chance zur Öffentlichkeitsarbeit

Eine Webpräsenz ist öffentlich. Diese Plattform kann gut für die Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens genutzt werden. Berichte über vergangene Veranstaltungen, den Tag der offenen Tür, die Vorträge, die Teilnahme am Tag des Friedhofs, die mitgestaltete Gedenkfeiern halten die Webseite aktuell. Ebenso interessant sind kurze Einblicke in das Engagement des Unternehmens: wie viele und welche Gruppen (Hospiz, Kindergarten, Schule etc.) wurden durch das Institut geführt. Bei welchen Initiativen der Bestattungs- und Trauerkultur ist das Unternehmen beteiligt.

Legen Sie Wert auf Aktualisierung

Sie haben inzwischen die Businessplattform XING oder ein anderes berufliches Netzwerk entdeckt und dort ein Profil angelegt? Machen Sie die Hemmschwelle niedrig für Menschen, die mit Ihnen Kontakt aufnehmen wollen und Verlinken Sie Ihr Profil.
Wenn Sie einen Veranstaltungskalender haben: pflegen Sie die neuen Termine ein.
Wenn Sie Informationen bereitstellen: überprüfen Sie, ob die Inhalte (beispielsweise Erbrecht, Patientenverfügung, Sozialbestattung) den aktuellen Regelungen entsprechen.

Überprüfen von Verlinkungen

Schauen, ob es neue Seiten gibt, auf die Sie verlinken wollen. Manche haben Angst, dass ein Link die Besucher von der eigenen Seite wegführt. Kann sein, dass der Besucher erstmal geht, aber er wird wiederkommen, weil er bei Ihnen eine hilfreiche Information gefunden hat.
Überprüfen Sie Ihre Verlinkungen. Sind sie noch aktuell oder gibt es tote Verweise?
Lohnen sich die bezahlten Einträge wirklich? Wenn Sie Zugang zu den statistischen Daten Ihrer Webseite haben, können Sie überprüfen, von welchen Webseiten Ihre Besucher zu Ihnen finden.

Lust auf Interaktivität

Das große Stichwort hierzu ist Web 2.0. Kennzeichen der neuen Aera des Internets sind neue Techniken, die eine vermehrte Interaktivität und Vernetzung ermöglichen. Immer mehr Menschen suchen Informationen und den Austausch in Communities. Der Anteil von Internetseiten, auf denen Nutzer sich beteiligen können steigt. Statische Webseiten wirken irgendwie … unbeweglich.

Elemente für mehr Interaktivität sind:

  • Umfragen zu branchenspezifischen Themen anbieten
  • Ein RSS-Feed für aktuelle Mitteilungen nutzen. Nutzer können so schnell und effektiv die Änderungen und aktuellen Inhalte einer Website verfolgen, ohne die Seite aufrufen zum müssen.
  • Internet-Nachrufen von Verstorbenen, die Sie begleitet haben, mit den dort angebotenen Gestaltungsmöglichkeiten verlinken.
  • Ein Preiskalkulator anbieten, der auf Ihr Unternehmen zugeschnitten ist.

Sicher wird nicht jeder Bestatter Lust haben, einem eigenen Blog zu eröffnen, um humorvoll oder besinnlich aus seinem Arbeitsalltag zu berichten. Eine neue Internet-Mode ist es, zu twittern. Mit diesem Dienst kann man kurze Nachrichten versenden, die maximal 140 Zeichen lang sein dürfen. Die eigenen „Followers“ werden automatisch über diese Nachrichten informiert.

Jede Möglichkeit, das Internet zu nutzen, darf kritisch betrachtet werden. Entscheidend ist, ob es für das eigene Unternehmen einen Mehrwert hat.

Ich danke Sabine Drasnin für die fachliche Durchsicht der Textentwürfe.

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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