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Digitale Daten dürfen jetzt auch sterben

24. Juli 2010

Vergänglichkeit war bislang ein Vorrecht der Natur. Mit der Entwicklung einer neuen Technik, sind in Zukunft auch digitale Daten vergänglich. Sie können mit einem Verfallsdatum versehen werden.

 

Große Suchmaschinen wie Google oder Yahoo speichern alles, was ihren Robotern unter die Finger kommt, nach dem Motto „Durchsuche alles, speichere alles und stelle es mehrfach zu Verfügung“ (im sogenannten Cache). Diese vollautomatische Speicherung aller Daten bewirkt, dass selbst Daten, die der Nutzer selbst wieder löscht, im Internet weiter existieren und gefunden werden können.

Jetzt haben Saarbrücker Informatiker haben ein System entwickelt, das jeder Computerlaie anwenden kann. Bevor Dateien und Bilder ins Internet gestellt werden, werden sie mit einem digitalen Schlüssel versehen. Mit einer neuartigen Kombination aus Verschlüsselungstechnik und so genannten Captchas werden die Daten nach Fristablauf automatisch unzugänglich. Das gilt auch für Kopien der Dateien, die sich im Web irgendwo an einer anderen Stelle befinden. Sobald ein Anwender die Daten abruft, fordert der betreffende Rechner dafür den Schlüssel an. Ist die Frist des Schlüssels abgelaufen, können die Daten auf den Webseiten nicht mehr aufgerufen werden. Notwendig ist lediglich ein Programm-Zusatz (Add-on) für einen der gängigen Internet-Browser. So kann jeder die Kontrolle über seine Daten behalten.

Das neue System vermag nicht alles zu löschen, aber es erschwert den Zugriff auf die Daten soweit, dass es in den allermeisten Fällen unrentabel wird auf die Daten zuzugreifen. Damit können Internetnutzer ihre Privatsphäre noch besser schützen.

Zum vollständigen Artikel der Uni Saarland und zur Projektbeschreibung (Anmerkung 13.04.2014: die Links sind nicht mehr erreichbar)

(Beitragsbild: Fotolia.com L.S.)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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