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Facebook ändert seinen Umgang mit den Profilen Verstorbener

3. März 2014

Facebook ändert seinen Umgang mit den Profilen verstorbener Menschen. Laut einem Eintrag in den Facebook News vom 21.02.2014 hat sich das Unternehmen damit beschäftigt, wie es die Wünsche und Vermächtnis der verstorbenen Person umsetzen und den trauernden Menschen am besten dienen kann. Auf den deutschen Facebookseiten ist davon noch nichts zu sehen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Änderung auch in Deutschland kommen wird.

Bisher gelten diese Regeln für den Gedenkzustand:

  • Das Profil im Gedenkzustand ist nur für die Freunde des Verstorbenen sichtbar.
  • Konten im Gedenkzustand können nicht bearbeitet oder verändert werden.
  • Abhängig von den Privatsphäre-Einstellungen des verstorbenen Nutzers können Freunde in der in den Gedenkzustand versetzten Chronik Erinnerungen teilen.
  • Jeder kann private Nachrichten an den verstorbenen Nutzer senden.
  • Vom verstorbenen Nutzer geteilte Inhalte (z. B. Fotos, Beiträge) bleiben auf Facebook verfügbar und sind für das Publikum, mit dem sie geteilt wurden, sichtbar.
  • Chroniken von Konten im Gedenkzustand erscheinen nicht öffentlich, etwa als „Person, die du vielleicht kennst“ oder als Geburtstagserinnerung.
  • Gruppen, die ausschließlich zu einem Konto im Gedenkzustand gehören, haben die Möglichkeit, neue Administratoren zu wählen, während Seiten von Facebook entfernt werden.

 

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Screenshot vom 3.3.2104
zum Vergößern auf das Bild klicken

Die Änderungen:

  • Die Privatsphäre-Einstellungen, die der Nutzer zu Lebzeiten gesetzt hat, bleiben auch nach seinem Tod erhalten. Wenn sein Profil öffentlich für jeden auf Facebook zu sehen war, bleibt es auch nach seinem Tod sichtbar.
  • Im Rahmen des 10. Geburtstags von Facebook wurde Anfang Februar die Möglichkeit von „Look Back“ – Videos  vorgestellt. Facebook generiert diese Videos automatisch mit Momenten, Beiträgen und Bildern der jeweiligen Person. Angehörige können nun ein solches Video für das Profil des/der Verstorbenen anfordern.

In dem Facebook News wird als eine Begründung der Appell eines Vaters angegeben, der mit diesem öffentlichen Worten Unterstützung sucht. Das Video ist auf Youtube zu sehen. Da zeigt sich Facebook ganz von seiner menschlichen Seite. Aus den Facebook News: „John Berlin fragte Facebook, ob es möglich ist, ein Video für seinen Sohn Jesse, der im Jahr 2012 starb zu bekommen. Wir haben das zunächst nicht für Profile im Gedenkzustand gemacht, aber Johns Appell berührt die Herzen aller, die ihn hörten, einschließlich unsere.“ Meine Meinung dazu: das ist eine nette Story. Facebook nutzt den sehr emotionalen Protest eines Vaters, um zu zeigen, dass Facebook (und die Menschen dort) ein Herz haben. Schon länger steht Facebook ja in der Kritik, Angehörigen Verstorbender keinen Zugang zu deren Profil zu geben. So herzlos wollen sie nun doch nicht erscheinen.

(Beitragsbild: Fotolia.com Brian Jackson)

 

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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