Fachberatung Trauerfeier

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„Gestorben wird immer!“

25. Februar 2009

Kaum spreche ich mit Menschen über meine Arbeitsbereiche, rutscht bei der Hälfte meiner Gesprächspartner/innen „Gestorben wird immer“ über die Lippen. Wer in der Bestattungsbranche arbeitet, habe es deshalb gut, so die uninformierte Vermutung.

 

Weniger gut haben es die Banker oder Autobauer, denn deren Geschäft ist nicht krisensicher. Hört und liest man ja jetzt überall.  Ohne Banken und ohne Auto könnte man leben, aber ohne den Tod….

Meistens überhöre ich bewusst und entschieden diese Bemerkung. Nein, ich will nicht erklären, dass die Bestattungsbranche auch den Regeln eines Marktes unterworfen ist.  Dass die Sterbezahlen einer Stadt eine Obergrenze haben und auf den einzelnen Bestatter mehr bestattungspflichtige Tote kommen, wenn es acht Beerdigungsinstitute gibt statt zwölf. Dass die Billigbestatter sich gegenseitig mit psychologischen Preisen unterbieten,  sodass ich mich frage: wieviel kostet dort der Posten „Würde“ wohl zusätzlich. Dass die Menschen, die gerade reihenweise ihren Arbeitsplatz verlieren, natürlich bei der Bestattung sparen müssen.

Nein, all dies erkläre ich meinen Gesprächspartner/innen nicht. Denn sie haben ja recht: gestorben wird immer.

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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