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Gute Inhalte fallen nicht vom Himmel

14. Mai 2014

Der Slogan „Dabei sein ist alles“ mag für Sportveranstaltungen gültig sein, in den sozialen Medien führt er nicht zum Erfolg. Nur einer von hundert Internetnutzern publiziert selbst. Gute Inhalte zu erstellen bedeutet Arbeit. Um vom Konsumenten zum Kommentator, vom Kommentator zum Autor zu werden bedarf es einiger Vorbereitungen.

Wer den Schritt vom Lesenden zum Schreibenden im Internet vollzieht gehört zu einer Minderheit. Es sind nicht die technischen Hürden, die zu überwinden sind. Theoretisch könnte sich jeder aktiv beteiligen. Der dänische Webexperte Jakob Nielsen hat das Verhältnis von passiver zu aktiver Teilnahme in der 9091-Regel griffig dargestellt:

  • 90 von 100 Internetnutzern konsumieren Inhalte
  • 9 von 100 kommentieren was andere geschrieben haben
  • 1 von 100 schreibt selbst

Zu welcher Gruppe gehören Sie? Können Sie sich vorstellen, selbst zu den Schreibenden zu gehören? Über was schreiben Sie? Und wo?

Vor dem Schreiben sind ein paar Überlegungen sinnvoll, bei denen die Antworten sich natürlich gegenseitig beeinflussen:

  •  Schreibe ich privat oder für (m)ein Unternehmen?
  • Was will ich mit dem Schreiben erreichen?
  • Wen will ich erreichen?
  • Auf welchen Plattformen schreibe ich?
  • Über was will ich schreiben?

Privat oder für ein Unternehmen schreiben

Wer seinen Facebook Account rein privat nutzt, kann schreiben, kommentieren und verlinken was und wie er will. Das ist zwar nicht ganz richtig, viele handhaben das aber so. Wer für (s)ein Unternehmen schreibt, tritt quasi hinter dem Firmenschild hervor und wird als Person sichtbar. Allen Netzwerken ist gemeinsam, dass über die Profile konkrete Menschen miteinander in Kontakt treten, selbst wenn es wie bei XING oder Facebook zusätzlich Unternehmensprofile gibt. Schnell vermischt sich Privates und Berufliches. Manchmal ist es ein Drahtseilakt, die richtige Balance zwischen unpersönlichen Informationen, persönlichen Beiträgen und Einblicken ins Private zu finden. Wer nicht gesehen werden will, sollte in Deckung bleiben.

Motive für das Schreiben

Soll es mir vor allem Spaß machen oder will ich mitbekommen, was meine Freunde und Kollegen so alles treiben? Das sind bevorzugte private Motive. Für Unternehmen sind die Antworten in der Regel etwas differenzierter: Bekanntheit steigern, Reputation erhöhen, Marktforschung, Kunden finden, Kundenbeziehung vertiefen. Wer kein Ziel hat, kann keines erreichen.

Die Zielgruppe

Nicht immer geht um den Kontakt zu (potentiellen) Kunden. Zielgruppen können auch Netzwerkpartner, mögliche Kooperationspartner, Journalisten und andere Medienvertreter sein. Weiterführende Kontakte vermeidet am besten, wer wahllos Zeitungsartikel verlinkt und sehr viele Katzenbilder postet.

Die Plattformen

Die Frage nach den Inhalten zielt auf regelmäßige Beiträge. Das kann eine Rubrik „Aktuelles“ oder „News“ auf der eigenen Webseite sein, ein eigener Blog, Beiträge oder Kommentare in den sozialen Netzwerken. Wer in der Gruppe „9 von 100„ bleiben will, dem rate ich von einem Blog oder der Rubrik „Aktuelles“ auf seiner Webseite ab.

Die Inhalte

„Aktuelles“ oder „News“ sind in der Regel kurze Informationen, die einen aktuellen Wert haben: Veranstaltungshinweise, neue Mitarbeiter, Umbaumaßnahmen, neue Produkte im Sortiment, Gesetzesänderungen etc. Dies bedeutet eine regelmäßige Pflege, am besten mit einem Termin im Kalender (wöchentlich, monatlich), an dem die Beiträge veröffentlicht werden. Hilfreich ist eine Liste, auf der Stichworte notiert werden können, sobald sie einem einfallen.

Ein Blog eignet sich für regelmäßig erscheinende Inhalte, die optimal auf die Zielgruppe des Blogs abgestimmt sind. Um über Jahre hinweg regelmäßig hochwertige Inhalte zu veröffentlichen ist Struktur und Planung nötig. Natürlich kann man auf einem Blog auch „News“ und „Aktuelles“ veröffentlichen. Für mich eignet sich ein Blog aber mehr, um ein Thema tiefer zu durchdringen und zu diskutieren. Hintergrundartikel sind gut recherchierte Fachartikel, die die Leser von der Qualität des Blogs überzeugen. Einige davon werden zu Referenzartikeln, die es so woanders nicht gibt. Diese Inhalte werden dann in den anderen sozialen Medien Facebook, Twitter, Google+, Xing verlinkt. Praxisbeispiele, Interviews, Empfehlungen, der Blick hinter die Kulissen runden die Inhalte ab.

Jeder hat seine eigenen Interessen, jede hat ihren eigenen Stil. Entscheidend ist, dass jemand authentisch ist in den Spannungsbögen von bissig bis humorvoll, von inspirierender persönlicher Einsicht bis zum informativen Sachverhalt.  Gute Inhalte fallen nicht vom Himmel. Sie werden zuerst erarbeitet. Dann reifen sie wie guter Wein. Wer neben Freude am Ausdruck und ein wenig Geschick auch Planung und Ausdauer mitbringt, wird einer von hundert sein.

(Beitragsbild: Fotolia.com Brian Jackson)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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