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#Juni bemerkenswerte Trauerreden: Kurt Waldheim

21. Juni 2010

Eine Trauerrede ist das letzte öffentliche Wort beim Tod eines Menschen. Wie kann ein ganzes Leben in einer Ansprache von 15, 30 oder 40 Minuten erfasst werden? Immer ist es die Auswahl des Redners, der Rednerin, welche Worte, welche Bilder er oder sie einsetzt.

 

Besonders bei bekannten Politikern ist es undenkbar, dass eine rein private Rede gehalten wird. Verdienste sind zu würdigen, ein sensibler Umgang mit politischen Streitfragen muss gefunden werden.

Am 14. Juni 2007 starb Kurt Josef Waldheim

Er war österreichischer Diplomat und Politiker. Er war von 1972 bis 1981 Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie von 1986 bis 1992 österreichischer Bundespräsident.

Umstritten war sein Umgang mit seiner NS-Vergangenheit. Ein Bericht der internationalen Historikerkommission bescheinigt ihm, dass seine Darstellung seiner militärischen Vergangenheit in vielen Punkten nicht im Einklang mit den Ergebnissen der Kommissionsarbeit steht. Seine militärische Vergangenheit sollte in Vergessenheit geraten.

Die Veröffentlichung dieses Berichtes führte 1988 zu einer Regierungskrise  und zur Isolation Waldheims.

Vor seinem Tod blickte er selbst zurück und schrieb in seinem Rückblick :

„Im Angesicht des Todes lösen sich alle Brüche des Lebens auf. Gutes und Böses, Helles und Dunkles, Verdienste und Fehler stehen nun vor einem Richter, der allein die Wahrheit kennt.“

EKurt Waldheim spricht von der zu späten Aufarbeitung des Geschehens, in dem Bewusstsein, dass die Generation, der er angehörte, diese Welt verlässt.

Auch die letzten Worte der Trauerrede für Kurt Waldheim, gesprochen von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer klingen versöhnlich.

„Begleiten wir den Verstorbenen versöhnt zu seiner letzten Ruhestätte.“

Versöhnung ist ja kein Widerspruch zu einer Aufarbeitung der NS-Zeit. Die Aufarbeitung gelingt nur mit einer Haltung, die nicht verurteilt, sondern Versöhnung sucht.

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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