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#Nov bemerkenswerte Trauerreden: Yitzhak Rabin

4. November 2010

Würde die Situation im Nahen Osten heute anders aussehen, wenn das Attentat auf Yitzhak Rabin nicht stattgefunden hätte?

Zur Erinnerung: Jitzchak Rabin war Generalstabschef der israelischen Streitkräfte sowie Verteidigungsminister und Ministerpräsident Israels. Er bestimmte die Außen- und Sicherheitspolitik  Israels und war maßgeblich am Friedensprozess beteiligt. Rabin erhielt 1994 gemeinsam mit seinem damaligen Außenminister Schimon Peres und dem damaligen Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, den Friedensnobelpreis.

Bei  einer großen Friedenskundgebung am 4. November 1995 in Tel Aviv teil wurde er von einem jüdischen Fundamentalisten erschossen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt“. Aus seiner Rede:

„“Gewalt untergräbt das Fundament der israelischen Demokratie. Ich bin 27 Jahre lang Soldat gewesen. Ich habe so lange gekämpft, wie der Frieden keine Chance hatte. Jetzt aber gibt es eine Chance, eine große Chance, und wir müssen sie ergreifen, denen zuliebe, die hier sind, und auch um jener willen, die nicht gekommen sind.““

Nach seinem Tod gerieten die Verhandlungen und der gesamte Friedensprozess ins Stocken. Rabin war aber nicht nur Politiker, sondern Ehemann, Vater und Großvater. Bei der Trauerfeier sprach seine Enkelin Noa Ben-Artzi bewegende Worte:

„Verzeiht, dass ich nicht über den Frieden sprechen möchte. Ich möchte über meinen Großvater sprechen.“

> die gesamte Rede

Rabin hat sich mit seinen Kriegserfahrungen für den Frieden engagiert. Seine Familie wurde mit ihm wegen dieses Engagements angefeindet. Rabins Ermordung war eine nationale Tragödie. Seine Enkelin zeigt die private Seite, den Schmerz, in den die ganze Familie geworfen wurde.

Die Situation in Israel/Palästina ist heute verfahrener denn je. Wo sind die großen, friedensbewegten Politiker, die die Extremisten in ihre Schranken weisen und zum Frieden führen?

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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