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Postmortales Digitalmanagement

17. März 2009

Das Web 2.0 boomt. Ein Artikel auf Spiegel Online zitiert die Marktforscher von Nielsen, die eine neue Studie veröffentlicht haben. Das Web 2.0 wird die Netz-Nutzung umkrempeln. Die Nutzungsdauer steigt und Nutzerzahlen steigen, weil zunehmend ältere Menschen die Communitys entdecken.

 

Da mein Hauptinteresse der Bestattungskultur gilt, frage ich mich schon eine ganze Weile, was mit all den Profilen geschieht, die man über die Jahre im Web verstreut hat, wenn das reale Leben endet. Jetzt gehen in den USA erste Dienste an den Start, die dieses Problem bereits im Vorfeld regeln wollen. Spiegel Online berichtet darüber und über die Ergebnisse einer Anfrage an verschiedene Community-Betreiber. Werden die Profile gelöscht? Haben die Angehörigen Zugang zu den gespeicherten Inhalten, so wie sie Zugang zu im Nachlass gefunden Briefen haben? Ist dies im Sinne der Angehörigen? Oder muss der digitale Nachlass konsequent gelöscht werden?

Ein Unternehmensberater, mit dem ich einmal über dieses Problem gesprochen habe, hat dafür den Begriff  „postmortales Digitalmanagement“ geprägt. Auch wenn dieses Wortungeheuer schräg klingt – es liegt auf der Hand, darüber nachzudenken, was im Falle eines Todes mit den eigenen Nutzerkonten geschehen soll. Wer sammelt die Profile am Ende wieder ein?

(Beitragsbild: Fotolia.com Jürgen Fälchle)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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