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Sechs Tipps wie Ihre Beiträge in Social Media gelesen werden

24. Juli 2015

Haben Sie auch so ein Schild „Bitte keine Werbung“ an Ihrem Briefkasten? Ich habe eines und ich bin heilfroh darüber, dass mein Briefkasten nicht von Werbeblättchen überquillt. Dasselbe gilt bei mir auch in Social Media. Vor kurzem habe ich auf XING mal meine Gruppen durchforstet und habe einige gelöscht. Raten Sie mal, welche das waren. Es waren die Gruppen, die in der Hauptsache dazu genutzt wurden, Eigenwerbung zu verbreiten.

Es gibt böse Zungen, die dieses Verhalten Ego-Posting nennen. Man kann es daran erkennen, dass die Worte ICH, WIR, UNSERE gehäuft vorkommen und die Illustration irgendein Produktbild ist. Wird der Beitrag in einem thematischen Forum gepostet, greift eine lange Einleitung auch irgendwie das jeweilige Thema auf, um dann am Ende – Tataa – auf das Produkt zu sprechen zu kommen. Natürlich möchte jeder das eigene Angebot gerne unter die Leute bringen und Empfehler gewinnen. Social Media eignet sich dazu nur begrenzt. Warum? Weil es in Social Media um authentische respektvolle Kommunikation zwischen Menschen geht. Was das genau heißt erläutere ich in den sechs Tipps.

 

Tipp 1: Social Media ist keine Einbahnstraße

Das Genre Werbung stammt aus dem Printbereich. Die Kommunikation geht nur in eine Richtung. Man zahlt für eine Anzeige, die dann alle Leserinnen und Leser des Printmedium erhalten. Ein Gespräch ist nicht vorgesehen und auch nicht möglich. Viele Unternehmen verhalten sich in Social Media wie sie es aus dem Printbereich kennen. Sie freuen sich, dass diese Werbung nichts kostet. Doch Social Media funktioniert anders: Es geht um Kommunikation in zwei Richtungen. Wer Social Media nutzt muss bereit sein, mit den anderen zu reden, angefragt, manchmal auch kritisiert zu werden. Am besten funktioniert das, wenn man bereit ist zu geben: Sein Wissen, seine Empfehlung, seine Hilfestellung. Die anderen merken sich das und sind ihrerseits bereit etwas zu geben: Ihr Wissen, Ihre Kontakte, Ihre Empfehlung. Es funktioniert. Und es macht Spaß.

 

Tipp 2: Verzichten Sie auf Werbebotschaften

Viele Menschen fühlen sich inzwischen von Werbebotschaften zugemüllt. Sie scannen einen Beitrag kurz, Werbung wird aussortiert. Ein Blick aufs Bild. Ahh, diese Person ist ein Werbespammer. Abgehakt. Es ist doch viel schöner, wenn ein anderer Ihr Produkt und Ihre Dienstleistung gut findet, einen inhaltlichen Beitrag schreibt und Ihr Produkt/ Ihre Dienstleistung als Beispiel anführt und verlinkt. Oder jemand stellt eine konkrete Frage gestellt und Ihr Angebot wird verlinkt, weil es eine Antwort auf die Frage beinhaltet. Oder die Leute finden Ihre Beiträge so spannend, dass sie neugierig werden und von selbst auf Ihre Webseite kommen.

 

Tipp 3: Verstecken Sie sich nicht hinter Ihrem Firmennamen

Soziale Netzwerke sind so gestrickt, dass Menschen miteinander kommunizieren. Wer auf Facebook ein Profil unter einem Firmennamen anlegt, handelt gegen die Richtlinien und läuft Gefahr, dass dieses Profil plötzlich gelöscht ist. Alle Arbeit war umsonst. Für Firmen sind die Seiten da. Wenn Sie Ihre Beiträge dort selbst kommentieren, erscheinen Sie auch auf Ihrer Pinnwand. Wenn Sie als Mensch in Social Media unterwegs sind, dann sprechen Sie bitte auch ganz normal. Wenn Sie offline mit einem Menschen sprechen, dann sagen Sie ja auch nicht den Marketingtext auf, wie er auf Ihrer Webseite steht.

 

Tipp 4: Seien Sie authentisch

Geben Sie nicht vor, jemand anderes zu sein als Sie sind. Social Media lebt von Nähe und Emotionen. Zeigen Sie daher auch Dinge aus Ihrem Alltag, Dinge die nicht perfekt sind. Das geht, ohne ins Private abzurutschen. Menschen lieben es Einblick hinter die Kulissen zu bekommen. Das macht Sie und Ihr Unternehmen menschlich.

 

Tipp 5: Bleiben Sie immer respektvoll

Wie im Leben so auch in Social Media: Reden Sie mit dem anderen statt über ihn. Doch schnell haut man in die Tasten und drückt auf Enter, wenn ein anderer etwas schreibt, das einem nicht gefällt, ärgert oder schlichtweg falsch ist. Aus der Emotion heraus geschrieben, geht oft der Respekt verloren. Stehen Sie lieber erstmal auf, holen sich einen Kaffee oder ein Wasser und überlegen: Will ich überhaupt reagieren? Wie kann ich sachlich bleiben? Welches ist die passende Reaktion? Manchmal hilft es, eine Person aus der Kontaktliste zu löschen um dessen Beiträge nicht mehr angezeigt zu bekommen statt sich in endlosen Diskussionen zu verlieren.

 

Tipp 6: Halten Sie sich an die Gruppenregeln

In einigen Gruppen auf Facebook stehen oben als fixierter Beitrag die Gruppenregeln. Dort ist zu lesen „Diese Gruppe soll werbefrei bleiben. Bitte unterlasst es, Links auf eure Webseiten zu posten“ oder kurz und knapp „Eigenwerbung unerwünscht“ oder „Werbung nur im Forum xyz“. Halten Sie sich an die angesagten Regeln. Manche Moderatoren gehen soweit, dass sie Werbeeinträge kurzerhand löschen. Bei wiederholtem Posten gegen die Regeln droht der Gruppenausschluss. Dann geht das eigene Engagement nach hinten los, es wird zur Anti-Werbung.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar Anregungen zum Schreiben in Social Media mit auf den Weg geben. Vielleicht haben Sie etwas zu ergänzen? Ich freue mich, wenn Sie es in einem Kommentar schreiben.

(Beitragsbild: Fotolia.com focus finder)

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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