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The death of distance

4. März 2009

Unbenommen, die ITK-Fachmesse Cebit ist ein wichtiges Ereignis für Menschen, die an der Entwicklung und Nutzung von Informations- und Telekommunikations-technologien interessiert sind.

 

Aus dem Bereich webciety (Anm. 9.2.2014 Link nicht mehr erreichbar) (ein Kunstwort, zusammen gesetzt aus Web und society) wird life übertragen.

Die Netzgesellschaft ist für viele zur Realität geworden. Sie verbringen in ihr einen Teil ihrer Lebenszeit. Menschen haben in der Netzgesellschaft ihren Arbeitsplatz und knüpfen Kontakte. Hier werden Informationen gefunden und Einkäufe getätigt. Es ist gerade mal 20 Jahre her, dass es die ersten grundlegenden Gedanken zum World Wide Web gab. Seit 10 Jahren nutzen zunehmend auch Menschen das Internet, die nicht zu den Digital Natives gehören.

Scott A. Durchslag, Chief Operating Officer von Skype spricht in einem Vortrag (Anm. 9.2.2014 Link nicht mehr erreichbar) mit dem Titel „Creative Destruction: The Death of Distance and the Device in Empowering – The Converged Consumer“ über den „Tod der Entfernung“. Über 400 Millionen Nutzer von Skype gibt es weltweit, in Deutschland nutzen annähernd 10 Millionen Menschen das Videotelefonieren über das Internet. Sind seine Beispiele, mit denen er die Emotionen der Zuhörer anspricht zufällig? Sicher nicht. Ein Sohn spricht via Skype mit seinem Vater, wenige Tage bevor dieser an Krebs stirbt. Eine deutsche Frau erlebt die Geburt ihrer Enkelin in New York. Ein polnischer Mann kann durch Skype an der Hochzeitszeremonie seiner Tochter in den USA teilnehmen. Scott A. Durchslag nennt dies Video-Erfahrung.

Acht Prozent des internationalen Kommunikations-Datenverkehrs werden über Skype abgewickelt. Diese neue Technik ermöglicht Menschen eine Art des Kontaktes, der früher undenkbar war.

Doch bei aller Begeisterung für die Technik – die körperliche Nähe, die Umarmung, den anderen zu fühlen, kann keine Technik dieser Welt ersetzen. Die Entfernung zwischen New York, Polen und London bleibt. Menschliche Nähe an den Lebenswenden ist berühren und gehalten werden, ist riechen, schmecken und umarmen, ist die Wärme des anderen, sind seine Tränen. Die neuen Techniken mögen in vielen Situationen dienlich sein. Sie werden nie das körperliche Zusammensein ersetzen können.

So bleibt „The death of distance“ ein Slogan. Und die Nutzer von Skype bleiben „Converged Consumer“ – einander angenäherte Konsumenten.

Über die Autorin

Über die Autorin

Birgit Aurelia Janetzky bietet Fortbildungen für Berufsgruppen im Bereich Sterben, Bestattung und Trauer. Sie hält Vorträge und schreibt Artikel für verschiedene Fachzeitschriften. Als Social-Media-Managerin und Expertin für die Themen digitaler Nachlass und Trauer im Internet berät sie Unternehmen und Organisationen, und begleitet Projekte an der Schnittstelle von #Mensch #Tod #Internet.
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